Maskat
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Maskat ist die Hauptstadt des Oman und zugleich das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Sie liegt an der nordöstlichen Küste am Golf von Oman, umgeben von kargen Felsen und dem Meer. Im Gegensatz zu vielen anderen Hauptstädten der Region wirkt Maskat ruhig, geordnet und überschaubar. Moderne Gebäude, Moscheen und traditionelle Häuser fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. Trotz des Wachstums in den letzten Jahrzehnten hat die Stadt ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.
Stadtbild und Atmosphäre
Maskat ist keine Metropole mit Hochhäusern oder hektischem Verkehr. Die Stadt wirkt offen, freundlich und weitläufig. Zwischen den Stadtteilen liegen Hügel und Felsen, die das Stadtbild prägen. Besonders auffällig ist die helle, fast einheitliche Architektur – viele Häuser sind weiß oder beige, mit klaren Linien und arabischen Ornamenten.
Die Atmosphäre ist ruhig und geordnet. Selbst in den belebteren Vierteln spürt man kaum Hektik. Besucher beschreiben Maskat oft als Stadt, die nicht laut beeindruckt, sondern mit Gelassenheit und klarer Schönheit.
Geschichte
Maskat blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Schon in der Antike war die Region ein wichtiger Handelshafen, an dem Weihrauch, Gewürze und Stoffe umgeschlagen wurden. Im 16. Jahrhundert besetzten die Portugiesen die Stadt, um ihre Handelsrouten im Indischen Ozean zu sichern. Später wurden sie von omanischen Truppen vertrieben.
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich Maskat zum politischen Zentrum des Sultanats. Von hier aus wurde der Handel mit Afrika und Indien gesteuert. Heute ist die Stadt Sitz der Regierung und Residenz des Sultans. Viele alte Festungen, Tore und Befestigungen erinnern noch an die Zeit, als Maskat eine wichtige Hafenfestung war.
Kultur und Leben
Maskat ist eine Stadt, in der Moderne und Tradition nebeneinander existieren. Zwischen Einkaufszentren und breiten Straßen finden sich Moscheen, alte Souqs und kleine Cafés. Das Leben folgt einem gemächlichen Rhythmus, besonders in den älteren Stadtteilen wie Muttrah oder Ruwi.
Die Menschen in Maskat gelten als offen und höflich. Englisch ist weit verbreitet, und Besucher werden freundlich aufgenommen. Kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte finden zunehmend statt, vor allem in der Royal Opera House Muscat, die als eines der bedeutendsten Kulturzentren der Region gilt.
Stadtteile
Maskat besteht aus mehreren, teils weit auseinanderliegenden Stadtteilen.
- Muttrahist der historische Kern mit Hafen, Corniche und Souq – lebendig, authentisch und fotogen.
- Ruwi gilt als das wirtschaftliche Zentrum mit Banken, Geschäften und Hotels.
- Qurum und Shatti al Qurum sind modernere Viertel mit Parks, Strandpromenade und Restaurants.
- Al Khuwair und Ghubra liegen weiter westlich und sind Wohn- und Geschäftsviertel.
Diese Struktur macht Maskat weniger zu einer klassischen Stadt als zu einer Kette von Stadtteilen, die durch Straßen und Hügel miteinander verbunden sind.
Klima
Das Klima in Maskat ist heiß und trocken. Von Mai bis September steigen die Temperaturen oft über 40 °C, bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die angenehmste Reisezeit liegt zwischen **November und März**, wenn es tagsüber um 25 bis 30 °C warm ist. Regen fällt selten, meist nur im Winter.
Der erste Eindruck von Maskat war: „Jetzt sind wir wieder einmal in einer ganz anderen Welt.“
Maskat ist wirklich eine faszinierende Mischung aus alten islamischen Traditionen, sandfarbenen Wüstengebäuden und modernen Einflüssen – aber alles in absolut positivem Sinne. Wir sind schon ganz gespannt, was uns hier in den nächsten Tagen alles erwartet.
Unser Hotel: Sheraton Oman Hotel
Das Sheraton Oman Hotel ist vor allem für den Preis absolut zu empfehlen. Das Fünf-Sterne-Hotel ist an der einen oder anderen Stelle vielleicht schon ein bisschen in die Jahre gekommen, aber alles ist sauber und gepflegt – und der Pool ist wirklich großartig. Besonders hervorzuheben ist das Personal: unfassbar freundlich und zuvorkommend. So haben wir uns hier vom ersten Moment an richtig wohlgefühlt.
Mutrah Corniche
Die Mutrah Corniche ist das Herzstück des historischen Hafens von Maskat – eine palmengesäumte Promenade, die sich entlang der malerischen Bucht zwischen den Bergen und dem Meer schlängelt. Besonders bei Sonnenuntergang ist sie ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Reisende gleichermaßen.
Einst legten hier Handelsschiffe aus Indien, Afrika und dem Osmanischen Reich an, heute prägt eine Mischung aus Tradition und Moderne das Bild. Alte Handelshäuser mit verzierten Balkonen, Minarette im Hintergrund und moderne Yachten im Hafen – die Kulisse ist wie aus 1001 Nacht.
Auch kann man hier die riesige Yacht des Sultans bestaunen, welche meist im Hafen liegt. Diese Megayacht hat eine Länge von 155 Metern und ist damit aktuell die siebtlängste der Welt (Stand: 2023). Die Yacht gehört dem Sultanat Oman und wird dem Sultan als königliche Yacht zur Verfügung gestellt.
Mutrah Souq
Direkt an der Corniche gelegen befindet sich der Mutrah Souq, einer der ältesten Märkte Arabiens. In seinem engen Gassengewirr mischen sich Duftwolken von Weihrauch, bunte Stoffballen, Silberwaren und das lebendige Stimmengewirr der Händler.
Natürlich haben wir uns hier auch ein bisschen treiben lassen – und ordentlich eingekauft.
Der Souq war wirklich toll – und vor allem die Gerüche sind hier in Maskat einfach der Wahnsinn. Es duftet überall nach Myrrhe, Weihrauch und den unterschiedlichsten Gewürzen. Diese Mischung verleiht der ganzen Atmosphäre etwas Magisches und typisch Orientalisches.
Wenn dann noch die Gebete erklingen, die von den Minaretten hallen, entsteht eine unfassbar stimmungsvolle Atmosphäre.
Fischmarkt Mutrah
Direkt an der Mutrah Corniche liegt der traditionelle Fischmarkt. Hier sollte man früh sein, denn der Markt öffnet schon um 6 Uhr. Wir waren erst am Vormittag hier, was zwar auch interessant war, aber der Markt war schon recht leer.
Hier kaufen die Omanis ihren Fisch und frischer kann man ihn wohl kaum bekommen – die Schiffe halten direkt vor der Halle. Von fangfrischem Thunfisch bis zu Tintenfisch, Garnelen oder sogar kleinen Haien ist alles dabei.
Al Alam Palace – Der Zeremonienpalast des Sultans
Im Anschluss an den Fischmarkt sind wir zum Sultanspalast weitergefahren. Mit seiner prachtvollen Fassade in Königsblau und Gold ist der Al Alam Palace (zu Deutsch: „Palast der Flagge“) eines der markantesten Wahrzeichen Maskats. Eingebettet zwischen zwei alten portugiesischen Festungen liegt er malerisch im historischen Viertel Old Muscat und dient als repräsentative Residenz für Staatsbesuche und nationale Zeremonien.
Der Al Alam Palace blickt auf eine über 200-jährige Geschichte zurück: Ursprünglich stand an dieser Stelle ein Fort aus der portugiesischen Besatzungszeit (16.–17. Jahrhundert). In den 1970er-Jahren ließ Sultan Qaboos bin Said den heutigen Palast errichten – als Symbol für den modernen, souveränen Oman, der sich in der Zeit seiner Herrschaft rasant entwickelte.
Leider kann man den Palast nicht von innen besichtigen aber auch der Platz davor und der Blick auf die alten Burgen ist sehenswert.
Mutrah Fort
Das Fort ist ein stiller Zeitzeuge der kolonialen Vergangenheit Omans und einer der schönsten Aussichtspunkte über die Bucht von Maskat. Mit seinen dicken Mauern, Wehrtürmen und schmalen Treppen bietet die Festung nicht nur Geschichte zum Anfassen, sondern auch spektakuläre Blicke auf die Mutrah Corniche, das Meer und die dahinterliegenden Berge.
Das Fort wurde im 16. Jahrhundert von den Portugiesen erbaut, die Maskat von 1507 bis 1650 besetzten und die strategische Lage des Naturhafens militärisch nutzten. Nach der Vertreibung der Kolonialmacht wurde es vom omanischen Imam weiter ausgebaut. Es diente über Jahrhunderte zur Überwachung der Bucht und als Verteidigungsstützpunkt gegen Seeangriffe.
Heute ist es restauriert und öffentlich zugänglich – inklusive kleiner Ausstellungen zu Waffen, Festungsgeschichte und omanischer Militärtradition.
Das große Schiff in der Bucht ist übrigens kein Kreuzfahrtschiff, sondern die Yacht des Sultans.
Sultan Qaboos Grand Mosque
Heute klingelte der Wecker schon um kurz nach 6, denn wir möchten eines der Highlights in Maskat besichtigen.
Die Sultan Qaboos Grand Mosque ist nicht nur das religiöse Zentrum Omans, sondern auch das wohl eindrucksvollste architektonische Wahrzeichen der Hauptstadt Maskat. Sie wurde im Jahr 2001 feierlich eröffnet und zählt heute zu den größten Moscheen der Welt – ein Ort, der Spiritualität, Tradition und modernste Ingenieurskunst auf einzigartige Weise vereint.
Bereits beim ersten Anblick fasziniert die Moschee mit ihrer blendend weißen Fassade, der zentralen vergoldeten Kuppel und den fünf Minaretten, die symbolisch für die fünf Säulen des Islams stehen. Das höchste Minarett erhebt sich stolze 91,5 Meter in den Himmel und ist weithin sichtbar – besonders im goldenen Morgenlicht ein atemberaubender Anblick.
Die Hauptgebetshalle beeindruckt mit monumentalen Ausmaßen und feinster Ausstattung:
- Der gigantische Gebetsteppich gilt als einer der größten handgeknüpften Teppiche der Welt. Er misst über 4.200 m², besteht aus 1,7 Milliarden Knoten und wurde in siebenjähriger Handarbeit von 600 iranischen Frauen gefertigt. Das 22 Tonnen schwere Kunstwerk vereint traditionelle persische Webkunst mit islamischen Ornamenten.
- Über dem Teppich thront ein spektakulärer Kronleuchter, der mit seinen 600.000 Swarovski-Kristallen funkelt. Mit einem Gewicht von rund 8 Tonnen und einer Höhe von 14 Metern ist er ein wahres Prunkstück – und bis zur Fertigstellung der Moschee der größte seiner Art weltweit.
Die Moschee bietet Platz für bis zu 20.000 Gläubige – davon allein 6.500 in der Hauptgebetshalle. Separate Gebetsräume für Frauen, kunstvolle Kalligraphie, filigrane Mosaiken, gepflegte Gartenanlagen und Wasserspiele runden das harmonische Gesamtbild ab.
Die Mosche war wirklich sehr beeindruckend und hat uns unglaublich gut gefallen. Die Stimmung war trotz der einigen Touristen ruhig und andächtig.
Royal Opera House Muscat
Bevor es zurück in den Pool ging, haben wir noch einen Abstecher zum Royal Opera House gemacht. Als erstes Opernhaus auf der Arabischen Halbinsel wurde es auf Wunsch des kunstliebenden Sultans Qaboos bin Said erbaut und im Jahr 2011 eröffnet. Es symbolisiert Omans Offenheit für internationale Kultur und seine tiefe Verwurzelung in der eigenen Tradition.
Sultan Qaboos war ein leidenschaftlicher Musikliebhaber, insbesondere klassischer westlicher Musik, und selbst ein ausgebildeter Musiker. Mit dem Bau des Opernhauses erfüllte er sich nicht nur einen persönlichen Traum, sondern etablierte Oman als bedeutenden Kulturstandort im Nahen Osten.
Das Opernhaus dient nicht nur der Aufführung von Opern, sondern auch als Veranstaltungsort für Konzerte, Ballett, Jazz, Weltmusik und traditionelle arabische Musik – mit internationalen Künstlern von Weltrang wie Plácido Domingo, Yo-Yo Ma, Anna Netrebko oder dem Royal Ballet London.
Fazit zu Maskat
Maskat hat uns unglaublich gut gefallen und war der perfekt Einstieg in unsere Rundreise. Vor allem die Gastfreundschaft und Freundlichkeit hat uns direkt mitgerissen. Maskat ist zudem unfassbar sauber und man kann könnte hier bedenkenlos sein Spiegelei auf der Straße braten – was in der Mittagssonne sogar möglich wäre.




































